Landarbeiter und Gutsangestellte:

Löhne und Gehälter werden um 9 % angehoben

Die hohe Inflation das zweite Jahr in Folge schien schwierige Verhandlungen zu bedeuten. Dennoch konnte in der ersten Verhandlungsrunde am 12. Dezember 2023 ein Ergebnis erzielt werden. Neben der Inflation führten auch inhaltliche Forderungen zu intensiven Diskussionen. Zwar konnte die Dienstnehmerseite ihre Forderung nach einem Zusatzurlaub für Begünstigt Behinderte genauso wenig wie den Anspruch auf kostenlose Beistellung von Arbeits- bzw. Dienstkleidung durchsetzen, doch wurde ein Kompromiss beim geforderten Fahrtkostenzuschuss gefunden. Für geteilte Dienste in öffentlichen Lehranstalten bei Melkern und Stallarbeitern gebührt in Hinkunft ein Fahrtkostenzuschuss sofern die Distanz zwischen Wohn- und Arbeitsstätte wenigstens 10 Kilometer beträgt. Ausgehend von einer Inflationsrate von 8,7% stellte der Abschluss mit 9 % schließlich beide Verhandlungsseiten zufrieden.

Die Dienstgeber waren durch die Chefverhandler ÖkR DI Regina Norz und Romed Giner sowie LK-Rechtsreferentin Mag. Isabella Heubacher vertreten. Bei den Dienstnehmern verhandelten Vizepräsident WM Pepi Stock, die Betriebsräte in den jeweiligen LLA und zwar 1. LO-Stv. KR Martin Ennemoser, EKR Alexandra Schauer, EKR Thomas Moser, Michael Häusle sowie Kammerdirektor Landessekretär Mag. Johannes Schwaighofer und die LAK-Rechtsreferenten Mag. Markus Steinbacher und Mag.a Eva Estermann, MA.

Dienstnehmer in Obst- und Gemüsebaubetrieben Tirols:

Neue Löhne ab 1. Jänner 2024

Die KV-Verhandlungen für die Obst- und Gemüsebaubetriebe fanden am 21. Dezember 2023 statt. Die Dienstgeber wurden durch ÖkR DI Regina Norz und Romed Giner, Andreas Norz und Georg Pfurtscheller sowie LK-Rechtsreferentin Mag. Isabella Heubacher vertreten. Für die Dienstnehmer gingen KR Manfred Mair, Kammerdirektor Landessekretär Mag. Johannes Schwaighofer und die LAK-Rechtsreferenten Mag. Markus Steinbacher und Mag.a Eva Estermann, MA in die Verhandlungen.

Die maßgebliche Inflation betrug im Beobachtungszeitrum 8,3 %. Die Dienstgeberseite argumentierte u.a. mit dem der Landwirtschaft immanenten Problem, die Produktpreise nicht selber festlegen zu können, sondern die vom Handel angebotenen Preise akzeptieren zu müssen. Diese decken die Produktions- und Lohnkosten laut Dienstgebervertretung aber nur unzureichend ab. Auch die starke Konkurrenz aus Deutschland und die hohen Lohnnebenkosten belasten die Betriebe laut Dienstgebervertreter stark. Dennoch konnte schließlich ein für beide Seiten annehmbares Ergebnis erzielt werden. Alle Lohnsätze und Lehrlingseinkommen steigen um 8,5 %. Inhaltlich erfolgte lediglich eine geringfügige Anpassung bei der Fälligkeit der Sonderzahlungen, welche nun am Ende der Saison liegt.

Waldaufseher:

Der eigentlichen Kollektivvertragsverhandlung für die Waldaufseher ging eine Arbeitsgruppensitzung u.a. zu den Themen Dienstkleidung, 6. Urlaubswoche ab 43 sowie quartalsweise Auszahlung der Sonderzahlungen am 17. Oktober 2023 voraus. Bei dieser konnte eine Einigung in den genannten Punkten und weitere Klarstellungen erzielt werden. Bei der KV-Verhandlung am 12. Dezember 2023 wurde zudem beschlossen, die Grundsatzvereinbarung aus dem Jahr 2013 einmal mehr anzuwenden, somit also die Verhandlungsergebnisse des öffentlichen Dienstes zu übernehmen. Dementsprechend steigen die Gehaltssätze der Waldaufseher ab 1. Jänner 2024 um 9,15 %. Die Familien-, Kinder- sowie Schmutzzulagen wurden ebenso um 9,15 % erhöht.

Auf der Dienstgeberseite bildete das Verhandlungsteam die beiden Chefverhandler ÖkR DI Regina Norz und Romed Giner, Landesforstdirektor HR DI Josef Fuchs und Rechtsreferentin der Landwirtschaftskammer Tirol Mag. Isabella Heubacher. In der Arbeitsgruppe waren für den Tiroler Gemeindeverband auch Präsident Bürgermeister Karl-Josef Schubert sowie Geschäftsführer Mag. Peter Stockhauser dabei. Bei den Dienstnehmern verhandelten Vizepräsident WM Pepi Stock, der Obmann der Vereinigung der Waldaufseher und Forstwarte Tirols Anton Rieser, KR Florian Perle, Kammerdirektor Mag. Johannes Schwaighofer und die Rechtsreferenten der Landarbeiterkammer Tirol Mag. Markus Steinbacher und Mag.a Eva Estermann, MA.

Österr. Bundesforste AG:

Bei der ersten Verhandlungsrunde am 4.12.2023 zu den Lohn- und Gehaltverhandlungen für die Angestellten und Arbeiter der Österreichischen Bundesforste AG, konnte seitens der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) ein erfolgreicher Abschluss erzielt werden. Die Verhandlungen wurden gemeinsam mit der Gewerkschaft PRO-GE abgehalten.

Das Ergebnis:

  • Erhöhung aller Gehälter (KV und IST) und Löhne sowie Zulagen um 9,0%
  • Arbeiter: Bestehende Überzahlungen bleiben in ihrer betragsmäßigen Höhe aufrecht.
  • Erhöhung der Lehrlingseinkommen um 9,0%
  • Erhöhung der Entschädigungen für Praktikanten*innen, Ferialangestellte, Ferialarbeiter und sonstige Aushilfskräfte um 9,0%
  • Erhöhung der vollen Tagesdiät von derzeit € 26,40 auf € 60,– (Dienstreise 5 – 8 Stunden: € 20,–; Dienstreise 8 – 12 Stunden: € 40,–)
    sowie Erhöhung der Nächtigungsgebühr von derzeit € 14,50 auf € 30,–
  • Das erhöhte Urlaubsausmaß von 6 Wochen gebührt spätestens ab Erreichen des 43. Lebensjahres
  • Angestellte: Erhöhung des Pauschalentgeltes für einen „2. Papamonat“ (Karenzurlaub) auf € 600,– (bisher 500,–)

Geltungstermin: 01. Jänner 2024

Laufzeit: 12 Monate

 

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