Die Vereinigung der Waldaufseher und Forstwarte Tirols lud am 11. und 12. März 2024 zur alljährlichen Generalversammlung und zu ihrem Weiterbildungsseminar am Grillhof in Vill ein.

Landesobmann Toni Rieser konnte ca. 190 Waldaufseher aus ganz Tirol bei der 56. Generalversammlung begrüßen.

Der Landesobmann gab einen ausführlichen Bericht über die Arbeit im Vorstand. Er informierte über Arbeitstreffen, Projekte und fachliche Besprechungen ebenso wie über Veranstaltungen wie den Waldhoangart, der im abgelaufenen Jahr in Nassereith, Weißenbach und Imst stattgefunden hat. Der äußerst positive Kassabericht von Kassier Georg Berger vervollständigte mit einem genehmigten Jahresabschluss die Generalversammlung. Die jüngsten anwesenden Kollegen haben gerade den Waldaufseherlehrgang abgeschlossen und stellten sich und ihr Waldaufsichtsgebiet kurz vor. Abschließend präsentierte Obmannstellvertreter Simon Klotz die Fachmesse „Forum Wald“, bei der Firmen aus dem forstlichen Umfeld an den beiden Tagen direkt Kontakte zu den Waldaufsehern knüpfen konnten.

Grußworte aus dem Land

„Es hat sich viel geändert“, mit diesen Worten begrüßte Andreas Gleirscher, der Präsident der Landarbeiterkammer, die versammelten Waldaufseher. „Wir leben in einer Zeit, in der viele meinen, es geht alles von selber. Sich verlassen können auf andere, ist nicht mehr alltäglich und deshalb möchte ich mich bei den Waldaufsehern für die gute Zusammenarbeit bedanken. Auch beim Forstgipfel kam klar heraus, wie wichtig die Leute vor Ort sind, die Waldaufseher. Das gibt mir Auftrieb für Dinge zu kämpfen als eure gesetzliche Interessenvertretung.“ Andreas Gleirscher betonte weiters, dass sich auch die Landarbeiterkammer weiterentwickeln und die Zeichen der Zeit erkennen muss. Die LAK ist eine der einzigen Kammern, die ein zinsenloses Darlehen anbieten kann, und auch der Kollektivvertrag der Waldaufseher kann sich sehen lassen. So herrsche im Großen und Ganzen eine positive Stimmung, man brauche nur „ganz normal tun“.

Harald Oblasser überbrachte die besten Wünsche von Landesforstdirektor Josef Fuchs. Volle Reihen im Saal freuen ihn sehr und seien auch ein gutes Zeichen, ebenso wie die Gewichtigkeit der Kameradschaftspflege beim Kassabericht für sich spricht. Harald Oblasser berichtete, dass auch die Landesforstdirektion derzeit mit mehreren Herausforderungen zu kämpfen hat: Schadholz, Holzmarkt und Personal. Nicht nur im Mutterhaus gebe es viel Personalwechsel, auch auf den Bezirksforstinspektionen bleibt die Personalsituation spannend. Bezüglich Schadholz wird der Umgang mit Störungen eher zum Alltag werden und am Holzmarkt braucht es Unterstützung für erschwerte Holzbringung. Er sieht auch, dass die Waldaufseher untereinander gut zusammenhelfen, aber sie dürfen nicht drauf vergessen, auf sich selber zu schauen.

Christian Annewanter vom Landesforstgarten konnte von einer recht guten Personalsituation berichten. Die Pflanzsaison startet heuer früher als sonst, es beginnt jetzt schon der Pflanzenaushub und die Lieferung von wurzelnackten Pflanzen wird bald möglich sein. Die Bestellungen können soweit alle erfüllt werden. Von den 2,6 Millionen bestellten Pflanzen geht die Hälfte nach Osttirol. Nachdem das vergangene Jahr kein gutes Samenjahr war, hofft man heuer auf ein besseres Jahr. Die Anzeichen dafür sind gut, meinte Christian Annewanter.

Helmut Gmeiner, Obmann der Vorarlberger Waldaufseher, betonte, dass die Vollversammlung der Tiroler Kollegen ein wichtiger Tag sei und überbrachte die Grüße seiner Kollegen. Helmut Gmeiner berichtete, dass Vorarlberg eher verschont geblieben sei von Naturereignissen. Aber auch die Vorarlberger kämpfen mit einem Fachkräftemangel im Forstdienst. Die Ausbildungsplätze in Rotholz seien eine große Hilfe und was die Förderungen betrifft, schaut man aus dem Ländle neidvoll auf Tirol. Er wünschte alles Gute und viel Erfolg bei der Arbeit im und rund um den Wald.

Mauro Pianaro überbrachte als stv. Obmann der Interessengemeinschaft des Landesforstkorps Südtirol die Grüße seines Obmannes, Daniel Pedrotti. Er informierte darüber, dass es im Herbst Wahlen in Südtirol gegeben hat und das Forstkorps auf eine gute Zusammenarbeit mit dem neuen zuständigen Landesrat hoffe. Die Flächen, die der Borkenkäfer letztes Jahr hinterlassen hat, sind schon kleiner geworden als davor, da gibt es also positive Ansätze. Die Dienstkleidung zählt in Südtirol zur PSA, denn da geht es um Arbeitsschutz. Der Austausch mit den Tiroler Kollegen ist für Mauro Pianaro immer wichtig.

Fortbildungsthemen

Die Vorträge boten an beiden Tagen viel Fachinformation für die Tiroler Waldaufseher. Es wurden aktuelle Themen aus dem Landesforstdienst besprochen. Unter anderem wurde auf die digitale Erfassung von Wegsperren und die Kontrolle von Erholungseinrichtungen eingegangen.

Holzmarkt und die Holzlogistik war das Thema des Vortrags von Herbert Kohlross. Als Unternehmensberater Forstwirtschaft zeigte er auf, dass wir am Anfang eines umfangreichen Baumartenwandels stehen und sich das Gesicht des Waldes massiv verändern wird.

Benjamin Kössler von der Landesforstdirektion referierte über Pflanzenschutzmittel und den Umgang damit. Dieser Vortrag war nun der zweite und abschließende Teil für den Pflanzenschutzmittel-Sachkundenachweis. Martin Seidls Vortrag über die digitale Balance zeigte auf, wie viel Zeit wir vor Bildschirmen verbringen. Er gab auch Tipps, wie man einen maßvollen und gesunden Umgang mit dem Handy umsetzen könnte.

 

Branchentreff zur Vernetzung von Forst- und Holzwirtschaft

Am Abend fand mit dem Weißwursthoangart ein forstlicher Branchentreff statt, bei dem alle geladen waren, die mit den Tiroler Waldaufsehern rund um den Tiroler Wald bemüht sind. Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung in bewährter Weise von der Naviser Hausmusik mit angenehmer Unterhaltungsmusik. So waren neben Weißwurst, Weißbier und Brezen ein angenehmer Hoangart und ein Gedankenaustausch möglich. Dieser Weißwursthoangart kann wieder einmal als gelungenes Treffen der Tiroler Forstbranche bezeichnet werden.

 

Baum des Jahres

Der „Baum des Jahres“ wird in Zusammenarbeit des Forstwirtschaftsministeriums mit dem Kuratorium Wald jedes Jahr neu bestimmt. Damit soll auf eine bedeutende, aber auch gefährdete Baumart aufmerksam gemacht werden. Im Jahr 2024 ist die Eiche der Baum des Jahres. Diese Baumart wurde in Form einer Holzskulptur, die von Waldaufseher Reinhold Winkler gestaltet wurde, am Grillhof aufgestellt.

Aktuelle Informationen über den Tiroler Wald und die Vereinigung der Waldaufseher und Forstwarte Tirols finden Sie unter www.waldaufseher.org