Am 26. Februar 2026 besuchten wir die Heumilch Sennerei in Fügen. Im Mittelpunkt des Betriebsbesuchs standen aktuelle Informationen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die positive Entwicklung des Betriebs sowie ein besonderer Moment der Anerkennung für eine junge Fachkraft.
Unser LAK-Kammerdirektor Mag. Johannes Schwaighofer, zugleich Landessekretär des Tiroler Land- und Forstarbeiterbundes, informierte die Beschäftigten über den Unterschied zwischen der gesetzlichen und der freiwilligen Interessenvertretung für Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer in der Land- und Forstwirtschaft. Dabei wurde deutlich, wie wichtig eine starke Vertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist, um ihre Anliegen wirksam zu vertreten und gute Rahmenbedingungen in der Branche weiterzuentwickeln.
Ein weiterer Schwerpunkt war der neue Abschluss des Kollektivvertrags für die Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer in den Käsereibetrieben Tirols. Mag. Johannes Schwaighofer erläuterte die wesentlichen Inhalte und betonte die Bedeutung fairer und attraktiver Entlohnungsstrukturen in einer Branche, die hohe fachliche Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein und Einsatz verlangt.
Ein besonderer Höhepunkt des Besuchs war die nachträgliche Ehrung von Martina Margreiter für ihre ausgezeichnet bestandene Facharbeiterprüfung. Da sie an der Facharbeiterehrungsfeier im Herbst in Salzburg leider nicht teilnehmen konnte, wurde ihr die Auszeichnung nun im Rahmen unseres Betriebsbesuchs überreicht. Diese Ehrung würdigt nicht nur ihre starke Leistung, sondern auch ihr großes Engagement für ihren Beruf.
Martina Margreiter selbst beschreibt die Auszeichnung als besondere Bestätigung ihres eingeschlagenen Berufswegs. Sie freue sich sehr über den gelungenen Lehrabschluss und darüber, dass sich ihr Einsatz in Schule und Betrieb ausgezahlt habe. Besonders prägend seien für sie das gute Miteinander im Betrieb, das Gefühl, im Team ein zweites Zuhause gefunden zu haben, und die vielen Erfahrungen gewesen, an denen sie fachlich wachsen konnte. Auch die zwei Goldmedaillen bei der Käsiade im vergangenen Jahr, die sie mit ihrer Butter erreichte, zählen für sie zu den schönsten Momenten ihrer bisherigen Laufbahn.
Die Heumilch Sennerei Fügen zeigt eindrucksvoll, wie sich regionale Verwurzelung, nachhaltiges Wirtschaften und zukunftsorientierte Investitionen erfolgreich verbinden lassen. In den vergangenen Jahren wurde konsequent in die Weiterentwicklung des Betriebs investiert. Bereits 2021 und 2023 wurden Photovoltaikanlagen errichtet, die heute eine Gesamtleistung von 280 kWp erreichen und damit ein klares Zeichen für nachhaltige Energiegewinnung setzen. Auch die Wärmeversorgung erfolgt zu 100 Prozent umweltfreundlich über die Fernwärme der Ortswärme Fügen.
Mit der Anschaffung einer neuen Milchzentrifuge im Jahr 2023 im Wert von rund 230.000 Euro wurde ein weiterer wichtiger Schritt gesetzt. Diese Investition stärkt sowohl die Produktqualität als auch die Effizienz in der Verarbeitung. Gleichzeitig entwickelt sich die Produktion konsequent weiter – hin zu einem höheren Anteil an Schnittkäse und zu veredelten, affinierten Spezialitäten. Käsevariationen mit Chili oder Heublumen ebenso wie Sorten mit Pfeffer, Bärlauch oder Boxhornkleesamen bereichern heute das Sortiment. Parallel dazu wird verstärkt auf Automatisierung gesetzt, um Arbeitsabläufe weiter zu optimieren und die Qualität langfristig abzusichern.
Dass Qualität in der Heumilch Sennerei Fügen oberste Priorität hat, zeigt sich nicht nur im hervorragend ausgebildeten Team, sondern auch in zahlreichen Zertifizierungen. Dazu zählen unter anderem FSSC 22000, Heumilch g.t.S., das AMA-Gütesiegel, Bio Austria sowie das AMA-Biosiegel. Diese Standards garantieren höchste Produktsicherheit und beste Qualität – vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt.
Besonders erfreulich ist auch der starke Fokus auf die Förderung junger Fachkräfte. Der Betrieb ist regional tief verwurzelt und steht für Tradition, Identität und Zusammenhalt. Viele junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schätzen diese Bodenständigkeit ebenso wie die offene Unternehmenskultur. Die Nähe zu ausgezeichneten Ausbildungsmöglichkeiten – etwa die Lehrlingsausbildung und der Meisterkurs in Rotholz – ist dabei ein großer Vorteil. Auch interne Weiterbildungen, beispielsweise zum Ersthelfer, Brandschutz- oder Chemikalienbeauftragten, werden aktiv unterstützt.
Ab Mai 2026 wird zudem ein zusätzlicher Mobilitätsanreiz geschaffen: Mitarbeitende mit einem Arbeitsweg von mehr als drei Kilometern erhalten entweder die Hälfte des amtlichen Kilometergeldes oder anteilig das Klimaticket. Ein weiterer wichtiger Pluspunkt sind die attraktiven Rahmenbedingungen im Betrieb. Der landwirtschaftliche Kollektivvertrag für Käser liegt deutlich über dem gewerblichen Kollektivvertrag und bietet damit faire und zuku
nftsweisende Entlohnungsstrukturen.
Die Heumilch Sennerei Fügen übernimmt Verantwortung für die Region – wirtschaftlich, ökologisch und sozial. Sowohl die elektrische Energie als auch Heiz- und Kälteenergie stammen bereits heute zu 100 Prozent aus nachhaltigen Quellen. Regionalität und der Erhalt bäuerlicher Familienstrukturen sind dabei keine Schlagworte, sondern gelebte Überzeugung. Der Genossenschaftsgedanke „Gemeinsam für die Region“ bildet das Fundament des wirtschaftlichen Handelns.
Für die kommenden Jahre sind bereits weitere Modernisierungsschritte geplant, darunter die Erneuerung der Fassade, die Anschaffung eines neuen Butterfasses sowie die laufende technische Weiterentwicklung von Anlagen und Gebäude. Der Betriebsbesuch in Fügen hat einmal mehr gezeigt: Hier wird mit großem Engagement, hoher Fachlichkeit und klarer Zukunftsorientierung gearbeitet – zum Nutzen der Beschäftigten, der Region und der Qualität heimischer Lebensmittel.
