Die 32. Vollversammlung der Tiroler Berufsjägervereinigung wurde feierlich durch die Musikgruppe „Drilling Musik“ aus Mils eröffnet. Der Obmann, Herr RJ Ing. Thomas Dornauer, begrüßte zahlreiche Ehrengäste, die durch ihre Anwesenheit die Bedeutung des Anlasses unterstrichen. Besonders erfreulich war die Teilnahme von LJM Anton Larcher, vom Abgeordneten zum Nationalrat und Präsidenten der Landwirtschaftskammer Josef Hechenberger, sowie vom Präsidenten der Landarbeiterkammer Andreas Gleirscher.
Aus der Landesverwaltung konnte man prominente Vertreter willkommen heißen, darunter Landesveterinärdirektor Dr. Matthias Vill, den Landesforstdirektor DI Harald Oblasser, sowie Abteilungsleiterin Mag.a Anita Hofer und Landesschulinspektorin Dipl.-Päd.in Maria Luise Schnegg. Seitens der Lehrlings- und Fachausbildungsstelle war Geschäftsführerin Mag.a Nikola Kirchler anwesend, während die Österreichischen Bundesforste (ÖBF) durch Forstmeister DI Hermann vertreten wurden.
Aus jagdlicher Sicht freute man sich über die Teilnahme von BJM BO WM Martin Hosp, BJM Thomas Messner, sowie BJM Michael Lamprecht. Auch Alt-BJM Norbert Krabacher, der Jagdleiter der Landesjagd im Pitztal gehörte zu den Gästen. Ein weiterer besonderer Gruß galt dem Vorsitzenden des Bund Bayrischer Berufsjäger RJM Max Keler.
Die große Anzahl und Vielfalt der Ehrengäste unterstreicht die breite Anerkennung und das hohe Interesse an den Anliegen der Berufsjägerschaft und der Jagd im Allgemeinen.
Im Rahmen einer Gedenkminute wurde der verstorbenen Kollegen gedacht: RJ Johann Bellinger, ROJ Edi Schretter, ROJ Friedl Lechleitner, RJ Walter Lorenz, ROJ Georg Margreiter, WM Fritz Hosp, WM Josef Ampferer, ROJ Josef Schleich und ROJ Michael Hechenberger. Diese stille Ehrung würdigte nicht nur ihr Andenken, sondern auch ihre wertvollen Beiträge während ihrer Zeit in der Berufsjägerschaft.
ROJ Lukas Rathmair stellte den Finanzbericht vor, in dem die gute finanzielle Lage der Vereinigung hervorgehoben wurde. BJ Stefan Liebminger konnte nach der Kassaprüfung vom 9. März, die er gemeinsam mit ROJ Reinhard Weiß durchführte, von einer vorbildlichen und sorgfältgen Arbeitsweise des Landeskassiers berichten. Die Vollversammlung hat den Kassier und den Vorstand daraufhin einstimmig entlastet.
Der Landesobmann berichtete über die wichtigsten Aktivitäten des Vorstandes im vergangenen Jahr. Dazu gehörte die Mitwirkung bei der Zeitschrift „Der österreichische Berufsjäger“. Er bedankte sich in diesem Zusammenhang auch bei Birgit Kluibenschädl, die seit vielen Jahren ehrenamtlich im Redaktionsteam mitarbeitet.
Er berichtete weiter, dass bei den diesjährigen Verhandlungen zum Kollektivvertrag zwischen der LAK und der LK ein Plus von 3,3 % ab Juli erreicht werden konnte. Ein in Anbetracht der Ausgangssituation guter Abschluss. Der Obmann bedankte sich bei unserem Team der LAK unter der Führung von Kammerdirektor Mag. Johannes Schwaighofer, Vizepräsident Stock, WM Hansjörg Ragg sowie den Vertretern der Landwirtschaftskammer und des Tiroler Jägerverbandes für die wertschätzenden Verhandlungen und den respektablen Abschluss. Nach der Überarbeitung des „Gehaltsschema neu“ im Jahr 2024 wo im Schnitt ein Plus von 4% erreicht wurde, sei dies ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.
Der Landesobmann berichtet weiter, dass im Oktober 2025 nach Vorarbeit des Vorstandes der TBJV und Mag. Martin Schwärzler eine Neuregelung bei den Ernennungen zum ROJ und WM vom Vorstand des Tiroler Jägerverbandes erreicht wurde. Es werden die ehrenamtlichen Funktionen und Tätigkeiten künftig über Koeffizienten gewertet. Die Tätigkeiten des Hegemeisters, oder Kammerfunktionärs sind beispielsweise mit einem höheren zeitlichen Aufwand verbunden als die eines Delegierten zur Vollversammlung des TJV und haben daher höhere Koeffizienten. Es werden im neuen System jedoch mehr Funktionen gewertet wie beispielsweise eine Tätigkeit in der Jagdmusik. Durch das neue System ist einerseits mehr Objektivität und andererseits eine Wertsicherung unserer höchsten Standesbezeichnungen erreicht worden.
Der Obmann berichtete zudem, dass sich die Tiroler Berufsjägerschaft über die LAK und den TJV in Fragen zur Ausbildungs- und Prüfungsordnung und zu Jagdgesetznovellen einbringen durfte, wofür er sich beim Präsidenten, dem Kammerdirektor und dem TJV bedankte. Zudem wird die Tiroler Berufsjägervereinigung aber auch vom Land Tirol zu Änderungen im Jagdgesetz befragt und gibt im Bedarfsfall selbst Stellungnahmen ab, die von unserer Mag. Sylvia Metzler ausgearbeitet werden. Der Obmann bedankte sich auch für den ehrenamtlichen Einsatz von Mag. Metzler.
Dornauer berichtete auch, dass die „Berufsjägerausbildung neu“ durch den Einsatz vieler Wegbereiter in der Zielgeraden sei. Es sei zweifelsfrei ein wichtiger Schritt für die Zukunft des Berufsstandes, dass man jetzt ein anerkannter Lehrberuf geworden ist. Der Obmann nannte und dankte in diesem Zusammenhang insbesondere LJM Anton Larcher, Präsident Andreas Gleirscher, Präsident Josef Hechenberger, WM Pepi Stock, der Tiroler Landesregierung und der Tiroler Volkspartei für den jahrelangen Einsatz für die Tiroler Berufsjägerschaft. Der Obmann berichtet auch, dass eine einheitliche Ausbildungsmappe für alle Lehrlinge in Österreich von Heimo Kranzer und ihm vorbereitet wurde. Zudem sollten möglichst zeitnah Vorlagen für die schriftliche Dokumentation der Sicherheitsunterweisungen ausgearbeitet werden.
Einmal mehr wies Dornauer auf die Bedeutung von verbindlichen Wildruhezonen und die Erhaltung von Wildkorridoren hin, da die Lebensräume der Wildtiere zunehmend kleiner würden. Sollten verbindliche Wildruhezonen nicht umsetzbar sein, so seien als ultima ratio geschützte Winterlebensräume in Form von Wintergattern in Einzelfällen notwendig. Er berichtet, dass im Salzburger Leogang die Bergbahn einen solchen geschützten Winterlebensraum mitfinanziert habe, um Variantenskifahrer zu lenken und davon abzuhalten das Rotwild im Wintereinstand zu stören.
Dornauer bedankte sich in seiner Rede auch beim Landesforstdirektor DI Harald Oblasser für die gute Ausbildung, die unsere angehenden Berufsjäger im Waldaufseher Lehrgang erhalten und bat auch dem Kursleiter Florian Glatztl den besten Dank der Tiroler Berufsjägerschaft zu überbringen.
Mag. Nikola Kirchler erläuterte in ihrem Vortrag die Vorgehensweise zur Lehrbetriebsanerkennung, welche bereits begonnen habe. Dipl.-Päd.in Maria Luise Schnegg berichtete unter anderem über die Berufsschulzeiten, welche mit den österreichischen Berufsjägervertretern abgestimmt werden.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung sprachen verschiedene Ehrengäste, darunter Landesveterinärdirektor Dr. Matthias Vill, Landesforstdirektor DI Harald Oblasser, DI Hermann Schmiderer, sowie Präsident Andreas Gleirscher und Präsident Josef Hechenberger. In ihren Ehrenansprachen betonten sie die zentrale Bedeutung der Berufsjägerschaft und einer engen und konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Berufsjägern, der Jägerschaft, der Land- und Forstwirtschaft und den zuständigen Behörden. DI Hermann Schmiderer schlug vor, dass Lehrbetriebe künftig von der Landesjagdabgabe befreit werden sollten, um die Ausbildung von Lehrlingen weiter zu attraktivieren und dem Fachkräftemangel in diesem Bereich zu begegnen. Dr. Vill wies auf aktuelle Seuchengeschehen hin, die das Land betreffen bzw. betreffen könnten.
Der Obmann bedankte sich bei allen Mitgliedern und Partnern für die Unterstützung im vergangenen Jahr und betonte die Wichtigkeit des kontinuierlichen Dialoges zwischen den verschiedenen Interessengruppen der Jagd, Forst- und Landwirtschaft.
Die Vollversammlung endete mit dem traditionellen Waidmannsheil und der Hoffnung auf ein erfolgreiches Jahr mit stets gutem Anblick.
Vor der Vollversammlung fand eine §33a-Veranstaltung statt. Univ.-Doz. Dr. Armin Deutz hielt einen sehr interessanten Vortrag zum Thema „Der Einfluss des Klimawandels auf Wildtiere“.
Text: Tiroler Berufsjägervereinigung